
Mein persönlicher Endometriose Buch Tipp
Es gibt inzwischen viele Bücher zum Thema Endometriose auf dem Markt. Die meisten davon sind von Autorinnen geschrieben, die selbst Endometriose haben und ihren einzigartigen Weg beschreiben, wie sie mit der Erkrankung leben. Viele Endometriose Bücher geben Betroffenen Mut, regen zur Selbsthilfe an, geben hilfreiche und sachliche Tipps, wie man besser mit der Erkrankung zurechtkommt. Einige beschäftigen sich mit der Ernährung, andere mit der ganzheitlichen Sicht auf Endometriose.
Inhaltsverzeichnis
Der neueste wissenschaftliche Stand
Schon lange habe ich nach einem Endometriose Buch gesucht, das sich umfassend und vor allem fachkompetent und wissenschaftlich fundiert mit der Krankheit beschäftigt, ohne die Komplementärmedizin außer Acht zu lassen. Wie schön, dass ich jetzt so ein Buch gefunden habe!
Die Autorin Prof. Dr. Sylvia Mechsner ist Leiterin des Endometriose Zentrums der Berliner Charité, und gilt als eine der führenden Endometriose-Expertinnen. Sie leitet viele Forschungsprojekte und klinische Studien rund um die Erkrankung. Ich habe mir dieses Endometriose Buch vor allem deshalb gekauft, um zu erfahren, welche neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse es zum Thema Endometriose gibt. Diese verändern sich zwar laufend, und es ist wichtig, zu diesem Thema am Ball zu bleiben, aber ich wurde nicht enttäuscht. Einige dieser Erkenntnisse möchte ich in diesem Artikel teilen.
Wie entsteht Endometriose?
Noch immer dauert es durchschnittlich bis zu 10 Jahre, bis die Erkrankung diagnostiziert wird. Das ist ein langes Zeitfenster voller Qualen, Schmerzen und Ungewissheit. Und noch immer ist nicht endgültig erklärt, wie es zu den Ansiedelungen von gebärmutterschleimhautartigem Gewebe außerhalb der Gebärmutter kommt. In diesem Endometriose Buch gibt die Autorin einen Überblick über den Stand der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion.
So sollen laut einigen Theorien heftige Muskelkontraktionen der Gebärmutter dafür verantwortlich sein, dass Zellen ihre gewohnte Umgebung verlassen, durch rückwärts laufende Menstruationsblutungen in den Bauchraum gelangen und dort Endometriose-Herde verursachen. Es ist wie ein kleines Erdbeben, bei dem mikroskopisch kleine Risse im Gewebe entstehen. Auch das Immunsystem ist daran beteiligt, es finden entzündliche Reaktionen statt.
Endometriose Herde sind Mini-Gebärmütter
Was ich bis dato nicht wusste: in den Endometriose-Herden finden sich auch immer Muskel-Zellen. Somit handelt es sich hier nicht nur um gebärmutterschleimhautartige Absiedlungen sondern um Miniatur-Gebärmütter. Und genau diese Mini-Gebärmütter verursachen die Schmerzen. Laut der Autorin muss es übrigens nicht jeden Monat zu starken Schmerzen kommen. Hat Frau mal keinen Eisprung, hat sie höchst wahrscheinlich auch eine Blutung, die weniger schmerzhaft ist.
Endometriose verstehen heißt, Frauen ernst nehmen
Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat: Es spricht eine klare Sprache. Endometriose ist keine „eingebildete Frauenkrankheit“, keine „verstärkte Periodenschmerz-Thematik“, sondern eine ernsthafte chronische Erkrankung, die den ganzen Körper betrifft. Die Autorin erklärt sehr einfühlsam, wie sehr Hormone, Nerven und Entzündungsprozesse ineinandergreifen – und warum es so wichtig ist, dass Ärztinnen und Ärzte Endometriose endlich als systemische Erkrankung verstehen.
Oft fühlen sich Betroffene über Jahre nicht ernst genommen. Sie hören Sätze wie „Das ist halt normal“ oder „Nach der Schwangerschaft wird’s besser“. Doch genau diese Haltung trägt dazu bei, dass die Krankheit viel zu spät erkannt wird. Mechsner betont, wie entscheidend eine frühe Diagnostik und eine interdisziplinäre Behandlung sind – also eine enge Zusammenarbeit von Gynäkologie, Schmerzmedizin, Physiotherapie und Psychologie.

Ganzheitliche Ansätze – wissenschaftlich erklärt
Neben der klassischen Medizin widmet sich das Buch auch komplementären Behandlungswegen. Ernährung, Bewegung, Stressmanagement und Körperarbeit werden nicht als „Alternative“, sondern als sinnvolle Ergänzung beschrieben. Besonders spannend fand ich den Abschnitt über die Rolle des Nervensystems und wie chronischer Stress die Schmerzwahrnehmung beeinflusst.
Yoga, Achtsamkeit, Atemtechniken – vieles davon hilft nicht, weil es die Endometriose „heilt“, sondern weil es den Körper in einen anderen Zustand bringt: weg vom Dauerstress, hin zu mehr Regulation.
Genau das ist auch in meiner Praxis ein wichtiger Teil des Endometriose Coachings. Gemeinsam mit meinen Klientinnen arbeite ich daran, das Nervensystem zu beruhigen und den Körper wieder als sicheren Ort zu erleben. Erst wenn sich der Körper regulieren darf, kann auch die Seele nachkommen.
Auch das Thema Ernährung wird differenziert betrachtet: Kein Dogma, kein Schwarz-Weiß-Denken, sondern wissenschaftlich fundierte Empfehlungen, die Entzündungen reduzieren und die Verdauung entlasten können. Besonders hilfreich fand ich die klare Abgrenzung zwischen Mythen (z. B. „Zucker verursacht Endometriose“) und Erkenntnissen, die wirklich durch Studien gestützt sind.
Was Betroffene mitnehmen können
Dieses Endometriose Buch ist kein wirklicher „Ratgeber“, sondern vielmehr ein ehrlicher, kompetenter Begleiter. Es vermittelt Wissen, aber auch Verständnis und Mitgefühl. Wer Endometriose hat, wird sich darin gesehen fühlen – medizinisch, körperlich, emotional.
Ich habe beim Lesen oft genickt, manchmal geschluckt, manchmal gestaunt. Es tut gut, wenn jemand so fundiert und zugleich so menschlich über diese Krankheit schreibt. Und es macht Hoffnung: Denn je besser wir Endometriose verstehen, desto besser können wir auch mit ihr leben.
Mein Fazit: Eine echte Empfehlung für alle, die betroffen sind
„Endometriose – die unterschätzte Krankheit“ ist weit mehr als ein medizinisches Fachbuch. Es ist ein Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Alltag, zwischen Daten und Empathie. Für mich ist es ein umfassendes, fundiertes und zugleich Verständnis zeigendes Endometriose Buch.
Wer verstehen will, was in Körper und Seele passiert, findet hier Antworten. Wer Mitgefühl und Respekt für Betroffene entwickeln will, ebenfalls.
(Hinweis: Dieser Beitrag enthält keine Werbung. Ich habe das Endometriose Buch selbst gekauft, kein Rezensionsexemplar erhalten und stehe in keiner Verbindung zur Autorin oder zum Verlag. Ich war schlicht sehr angetan und möchte, dass mehr Frauen von diesem Buch erfahren.)
Mag. Natalie Eichinger

Was ist Endometriose?
Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst und Entzündungen sowie Schmerzen verursacht.
Wie hilft das Endometriose Buch von Prof. Dr. Mechsner?
Es bietet aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, ganzheitliche Perspektiven und praktische Tipps für den Alltag mit Endometriose.
Ist das eine bezahlte Werbung?
Nein. Der Artikel enthält keine Werbung. Das Buch wurde selbst gekauft und aus persönlicher Überzeugung vorgestellt.
Wo kann man das Buch kaufen?
Das Buch „Endometriose – die unterschätzte Krankheit“ ist im gut sortierten Buchhandel und online erhältlich.
